Pflege und Beruf

Wenn Sie die Verantwortung für die Pflege Ihrer Eltern übernommen haben, dann kann es sein, dass Sie Ihren Alltag an die Pflegesituation anpassen müssen. Dabei spielen häufig auch tragbare Lösungen im beruflichen Umfeld eine wichtige Rolle.

Hilfreich sind Arbeitszeitmodelle wie beispielsweise die gleitende Arbeitszeit, Lebensarbeitszeitkonten und Teilzeitstellen auf Zeit. Auch ist oft der Arbeitsort entscheidend: Wenn Sie über einen Heimarbeitsplatz verfügen, dann können Sie die Pflege besser in Ihren Alltag integrieren.

Manchmal sind aber auch größere Veränderungen im Berufsalltag notwendig, die durchaus die Abläufe im Betrieb verändern können. Suchen Sie hierfür das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Unser Leitfaden für Gespräche mit Vorgesetzten (PDF) hilft Ihnen dabei, sich gut auf das Gespräch vorzubereiten und gemeinsam eine Lösung für die Situation am Arbeitsplatz herbeizuführen.

Machen Sie mal eine Atempause!

Pflegend Beschäftigte benötigen hin und wieder eine Auszeit von der Pflege. Ein Erholungsangebot der besonderen Art bietet die Arbeiterwohlfahrt Bezirk Westliches Westfalen e.V. an: Im Sommer 2005 eröffnete die Arbeiterwohlfahrt das Landhaus Fernblick in Winterberg. Es ist das erste Urlaubsdomizil in NRW, das sich vollkommen auf die besonderen Bedürfnisse seiner Gäste – an Demenz erkrankte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen – eingestellt hat. Gemeinsame Erholung von Anfang an – das will das Landhaus Fernblick ermöglichen.

Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Seit 1. Januar 2015 gibt es neue gesetzliche Regelungen für Beschäftigte, die gleichzeitig Angehörige pflegen. Demnach sieht das Gesetz folgendes vor:

  • Pflegeunterstützungsgeld: Bis zu 10 Arbeitstage Lohnersatzleistung bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung wegen einer akut aufgetretenen Pflegesituation. Beschäftigte, die eine Auszeit nehmen, erhalten etwa 90 % des Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt.
  • Pflegezeit: Rechtsanspruch auf bis zu 6 Monate vollständige oder teilweise Freistellung inklusive 3 Monate Begleitung in der letzten Lebensphase. Finanziell kann die Situation mit einem zinslosen Darlehen abgefedert werden, auf das ebenfalls ein Rechtsanspruch besteht.
  • Familienpflegezeit: Rechtsanspruch auf bis zu 24 Monate teilweise Freistellung.
  • Kündigungsschutz: Der Kündigungsschutz gilt von der Ankündigung bis zum Ende der 10-tägigen Auszeit im Akutfall, sowie der 6-monatigen Pflegezeit oder der 24-monatigen Familienpflegezeit.

Alle Neuregelungen im Überblick und ein Erklärvideo finden Sie unter: www.wege-zur-pflege.de